Umweltschutz

Lasst uns gemeinsam die Welt retten!

Die heutige Welt ist typisch durch ihre besessene Jagd nach Markenbekleidung zu niedrigsten Preisen. Dahinter stehen dann aber Tonnen nicht benötigter Kleidung, die auf Deponien und in Verbrennungsanlagen endet. So wachsen die Deponie ständig oder werden in Verbrennungsanlagen Schwermetalle frei und entstehen krebsbildende Dioxine und Furane. Dabei bringt das Textilrecycling einen geringeren Bedarf an Anbau und Produktion neuer Materialien und damit auch geringere Umweltbelastung – Einsparen von Wasser, Ackerboden, Energie und natürlich auch der Umweltverschmutzung.

In Deutschland werden jährlich über 1 000 Tonnen Textil weggeworfen. Die Menschen tragen die Kleidung oft nur ein paar Monate und werfen sie dann weg, weil sich Modetrends schnell ändern und die Modeketten ständig neue Kollektionen bringen. Die heutige Massenproduktion bieten noch dazu weniger hochwertige Textilien, die dann nur eine Saison hält. Das Recycling von gebrauchter Bekleidung bietet eine sinnvolle Ressourcennutzung. Im benachbarten Deutschland wird so viel Bekleidung weggeworfen, dass deutsche Organisationen sie nicht selbst ausnutzen können und sie deshalb ins Ausland ausgeführt wird. Ihre Entsorgung in einem beliebigen Teil der Welt ohne weitere Nutzung ist ein Problem für die Umwelt, das in der heutigen globalen Welt alle betrifft.

Billige Bekleidung ist nicht billig. Den Preis bezahlen unsere Kinder.

Die Herstellung der Bekleidung beginnt schon bei der Produktion der Textilfasern. Textilfasern werden nach ihrer Herkunft in chemische (Polyester, Viskose, Nylon, Silon) und natürliche (Baumwolle, Leinen, Wolle und Hanf) geteilt.

Die Produktion von Chemiefasern ist energetisch anspruchsvoller. Einige werden aus Erdöl hergestellt, dass nicht erneuerbarer Rohstoff ist. Nach wissenschaftlichen Studien lösen sich von Fleecegeweben bei jeder Wäsche kleinste Polyesterfasern, die mit dem Abfall in Flüsse, Seen und in das Meer gelangen. Aus einer Fleecejacke lösen sich beim Waschen bis zu 250 000 Fasern. Die Wasserverschmutzung beeinflusst das Leben der Pflanzen und der Tiere, die diese Fasern fressen. Nach Ermittlungen der Wissenschaftler enthalten Fische und Schalentiere einen hohen Anteil künstlicher Mikrofasern, die dann auf unseren Tellern, in unserem Magen landen. Aus vielen Gesichtspunkten ist deshalb der Kauf von Bekleidung aus Naturmaterialien besser.

Gegenwärtig ist meistbenutzter Naturrohstoff in der Textilindustrie weltweit Baumwolle. Der Produktionsprozess von Baumwolle ist zwar vom Energieverbrauch dreizehnmal sparsamer als von Polyester, Baumwolle ist aber anspruchsvollste Pflanze beim Wasserbedarf. Die Produktion eines Baumwollshirts benötigt 2 700 Liter Wasser. Für eine Jeans sind sogar 11 000 Liter Wasser erforderlich. Besonders in Gebieten mit Wassermangel ist das ein Problem. Gerade der Baumwollanbau ist Ursache für das Austrocknen des Aralsees. Beim Baumwollanbau wird noch dazu ein Viertel aller in der Landwirtschaft verbrauchten Pestizide benutzt. Diese verschmutzen Boden und Wasser und sind die Ursache vieler Vergiftungen der Plantagenarbeiter.

Umweltschonender ist der Anbau der sog. Bio- oder Organicbaumwolle. Ihre Produktion bringt eine um 90 % niedrigere Umweltbelastung mit toxischen Chemikalien.

Qualitätsbekleidung aus traditionellen Materialien hat aber ihre Vorzüge – sie hält viele Jahre. Bei billiger, weniger hochwertiger Saisonware spart der Verbraucher zwar auf den ersten Blick, aber schon nach wenigen Wäschen sieht sie schlechter aus, als die gleiche aus hochwertiger Baumwolle genähte Kleidung. Zweifelsfreie Vorzüge von Baumwolle sind ihre Zugfestigkeit, Abriebbeständigkeit, Feuchtigkeitsaufnahme, angenehmer Griff und auch die geringere Knötchenbildung nach häufigem Waschen.

Schützen wir also unsere Naturressourcen und Wasser und geben wir der Bekleidung ein neues Leben.

Die Auswirkungen der heutigen Produktion, des Vertriebs, der Pflege und Entsorgung von Bekleidung ist aus vielen Gesichtspunkten negativ. Die wiederholte Benutzung von Textilien ist gesellschaftlich, wirtschaftlich und ökologisch gesund. Das erneute Benutzen von Bekleidung, Schuhen und Zubehör senkt den Bedarf der Nutzung von Primärrohstoffen und beugt der Bildung von Methan, Ammoniak und Treibhausgasen bei der Zersetzung von Textilien vor. Das Recycling von 1 kg Baumwolle spart 26 000 Liter Wasser und hilft zusätzlich die CO2-Emission zu senken.

Menschen kaufen Second Hand-Bekleidung weil sie so Qualitätskleidung zu niedrigem Preis kaufen können. Die aus Westeuropa eingeführten Textilien sind vor allem aus Qualitätsbaumwolle, nicht aus Synthetikfaser wie Textilien aus Asien. Getragene Kleidung endet nicht auf der Deponie aber erhält ein zweites Leben. Eine saubere, benutzte Gardine kann in Afrika als wertvolles Fischernetz benutzt werden und so bei der Essenbeschaffung einer Familie helfen. Beschädigte Kleidung wird verarbeitet und wird in Automobilindustrie, Bauwesen und Maschinenbau benutzt.

Textilrecycling nimmt den Menschen nicht Arbeit. Heute wird der Mensch in der Produktion immer mehr durch Maschinen ersetzt. Der komplizierte Sortierprozess verlangt aber geschickte Mitarbeiter. Unser Unternehmen beschäftigt über 250 Mitarbeiter. Diese sortierten 2016 10 000 Tonnen Bekleidung, die nicht auf Deponien endete aber dank unserer Arbeit ein zweites Leben fand. Dadurch haben wir geholfen, hunderttausende Hektoliter Wasser zu sparen und den Ausstoß von CO2 und Schadstoffen in die Luft zu senken, damit wir auf unserem Planeten besser und länger leben können.